Sprechstunde
Romy Schmidt ist eine unserer ehrenamtlichen Helferinnen, die eng mit DUO zusammenarbeitet und uns durch ihr Wissen ungemein bereichert. Wir haben diese Sprechstunde eingerichtet, um regelmäßig interessante Tips zum Thema “Hundefairhalten” an sie weiterzugeben. Wer darüber hinaus weitere Informationen zu Workshops, Kursen oder Themenabende wünscht, sollte unbedingt auch die Homepage besuchen (hierfür bitte einfach auf den oberen Banner klicken).
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim lesen
und schicken fairhaltene Grüße aus den DUO-Land
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Romy Schmidt;
Tierpsychologin (ATN)
❝ Warum ich mit Menschen und ihren Hunden arbeite ❞
Kein Tier steht dem Menschen so nahe wie der Hund. Trotzdem, oder gerade deshalb kommt es häufig zu Schwierigkeiten zwischen den Erwartungen des Menschen und dem gezeigten Verhalten des Hundes. Manchmal sind es nur die kleine Alltags-probleme die den Hundebesitzer nicht mehr stressfrei mit seinem Hund zusammen leben und verzweifeln lassen. Nicht selten weiß der Halter keine andere Lösung, als den Hund im Tierheim abzugeben.
Menschen und Hunde gehören aber zusammen und sollten Freu(n)de aneinander haben!
❝ Warum ich bei DUO aktiv bin ❞
Dem Hund ist es durch seine einzigartige Anpassungs-fähigkeit gelungen, sich dem Zusammenleben mit dem Menschen optimal anzupassen. Trotzdem leben viele Hunde nicht mit ihren Menschen, sondern in Tierheimen.
Leider gibt es Menschen, deren Fähigkeit fremde Gefühle wahrzunehmen auf der Strecke geblieben ist und für die Achtung und Hilfsbereitschaft gegenüber Tieren Fremd-wörter sind.
Hunde haben einen Anspruch auf Unversehrtheit und ein artgerechtes Leben und dafür setze ich mich ein. Das beginnt damit, bei den Menschen das Verständnis für Hunde zu fördern, Respekt und Mitgefühl zu entwickeln aber auch Grenzen zu akzeptieren. Und nicht zuletzt geht es um den einzelnen Hund, der Hilfe braucht.
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Schritt für Schritt ins neue Leben
Egal, ob man einem jungen oder erwachsenen Hund ein neues Zuhause geben möchte, es sollte von Anfang an alles gut durchdacht und geplant sein. Bereits im Vorfeld sollte man sich mit gewissen Themen wie Ernährung, Ausdrucksverhalten, Gesundheit und Erziehung des Hundes auseinandergesetzt haben. Denn eines ist sicher: Der Hund wird ohne Gebrauchsanweisung einziehen.
Die Regeln des Zusammenlebens sollte man vom ersten Tag an festlegen und dem Hund somit von Anfang an ein authentisches Menschenbild vermitteln. Denn es ist fairer, sofort klar zu kommunizieren welches Verhalten richtig und welches falsch ist, als nach einigen Wochen plötzlich mit viel mehr Nachdruck vermitteln zu müssen, dass bestimmte Verhaltensweisen doch nicht in Ordnung sind.
Auch sollten die verschiedenen Phasen der Eingewöhnung beachtet werden. In den ersten ein, zwei Wochen sollte man auf alles verzichten, was Stress für den Hund bedeutet. Der Hund ist auch sehr dankbar darüber, wenn nicht direkt am ersten Tag eine Willkommensparty mit vielen fremden Menschen stattfindet. Er braucht jetzt Zeit um seine Menschen kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Und Vertrauen kann nur entstehen, wenn der Mensch seinen Pflichten nachkommt und die Bedürfnisse des Hundes akzeptiert. Er sollte jetzt Schritt für Schritt sein neues Umfeld kennenlernen und mit verschiedenen Umweltreizen vertraut gemacht werden. In der ersten Zeit kann der Hund noch recht zurückhaltend sein. Sein Selbstbewusstsein wird nach und nach steigen und nach zwei Wochen hat er sich schon ganz gut eingelebt. Dann gibt es auch schon die ersten Anzeichen, an welchen eventuellen Schwierigkeiten mit dem Hund gearbeitet werden sollte. Nach ungefähr zwei Monaten ist die Eingewöhnung abgeschlossen und das wirkliche Zusammenleben beginnt.
Gerade bei Hunden aus dem Tierschutz neigen wir Menschen dazu, uns ständig über die Vergangenheit des Hundes Gedanken zu machen. Denn den meisten Menschen fällt es schwer die Vergangenheit loszulassen und sie übertragen das auf ihren Hund. Aber: Hunde leben im HIER und JETZT. Entscheidend ist daher die Frage „Wie geht es dem Hund jetzt in diesem Augenblick?“ Und ihm geht es gut, denn er hat ein neues Zuhause mit Menschen gefunden, die ihn Schritt für Schritt in sein neues Leben begleiten.
Gedanken zur Hundeerziehung
Wenn man sich einen Hund anschafft, dann vor dem Hintergrund, mit dem Hund eine schöne und stressfreie Zeit zu verbringen, Spaziergänge zu genießen und einen entspannten Mitbewohner im Haus haben. Wir wollen einen treuen Weggefährten, der uns begleitet und mit uns durch dick und dünn geht. Lassie hat es doch so schön vorgemacht. Keiner will sich für die nächsten zehn Jahre ein Problem ins Haus holen. Also erziehen wir unseren Hund.
Aber wo fangen wir an?
Erziehung ist eine umfassende Auseinandersetzung mit dem sozialen Lebewesen Hund und findet ständig statt. Unser Hund beobachtet und wertet uns permanent.
Es sollte jedem Hundehalter bewusst sein, dass die Mensch-Hund-Beziehung keine demokratische Beziehung ist.
Also nehmen wir den Hund als Hund wahr und setzen ihm Grenzen innerhalb derer er sich frei bewegen kann. Er bekommt durch einen verbindlichen Rahmen, den wir ihm verständlich vermitteln, Sicherheit und die Möglichkeit, sich an uns zu orientieren.
Das klingt ganz einfach aber der Hundehalter sollte einkalkulieren, dass sein Hund – je nach Charakter - früher oder später bestimmte Dinge hinterfragt und schaut, ob Grenzen noch ihre Gültigkeit haben. Es gibt also einen Konflikt. Und auf diesen sollte der Hundehalter eine Antwort parat haben und seine Vorstellungen dem Hund verständlich kommunizieren. Auf keinen Fall sollte man jetzt den Kopf in den Sand stecken und von Lassie träumen. Ein Konflikt ist eine Herausforderung, er vertieft die Mensch-Hund-Beziehung und macht Erziehung interessanter. Mancher Hundehalter lernt sich dadurch sogar besser kennen. Ein Konflikt muss angegangen und darf nicht umgangen werden. Denn ein gut erzogener Hund genießt mehr Freiräume und Ansehen in der Öffentlichkeit.
Aber was ist ein gut erzogener Hund? Ein Hund, der im Schlaf „Sitz“ und „Platz“ beherrscht? Das kommt darauf an, ob er sozial akzeptables Verhalten zeigt oder ob er trotz des Beherrschens der formalen Verhaltensweisen nach Besuch schnappt und den Nachbarn vom Fahrrad holt. Übrigens: Ein Gros der Hunde mit Aggressionsproblemen beherrschen sehr gut „Sitz“ und „Platz“. Daher sollte sozialadäquates Verhalten immer in den Vordergrund gestellt werden. Das ist wie mit dem Kind, das ordentlich mit Messer und Gabel essen kann und dabei gerade am Tisch sitzt aber im nächsten Moment die Oma vom Sofa schubst.



